Doppelstabmattenzaun planen: Worauf es bei Maßen, Pfosten und Toren wirklich ankommt

Doppelstabmattenzaun planen: Worauf es bei Maßen, Pfosten und Toren wirklich ankommt

Ein Doppelstabmattenzaun wirkt auf den ersten Blick wie ein vergleichsweise einfaches System: Zaunmatten werden zwischen Pfosten befestigt und entlang der Grundstücksgrenze aufgestellt. In der Praxis entstehen die meisten Planungsfragen jedoch nicht bei der einzelnen Matte, sondern an den Übergängen. Wo endet ein Zaunabschnitt? Wo beginnt ein Tor? Was passiert an einer Ecke?

Wer einen Doppelstabmattenzaun plant, sollte zunächst den tatsächlichen Verlauf des Zauns festlegen und dann Abschnitt für Abschnitt planen.

Zuerst den Zaunverlauf aufteilen

Eine 30 Meter lange gerade Strecke stellt andere Anforderungen als dieselbe Gesamtlänge mit zwei Ecken, einem Gartentor und einer Zufahrt. Deshalb lohnt es sich, das Grundstück zunächst in einzelne Zaunabschnitte aufzuteilen.

Jeder Abschnitt reicht dabei von einem festen Punkt zum nächsten, beispielsweise von einer Hausecke bis zu einem Gartentor oder von einer Grundstücksecke bis zur Einfahrt.

Vor der Auswahl der Bauteile sollten mindestens folgende Punkte feststehen:

  • Länge der einzelnen Zaunabschnitte
  • Anzahl und Position der Ecken
  • Lage und Breite geplanter Tore
  • gewünschte Zaunhöhe
  • vorhandene Mauern, Gebäude oder andere Anschlusspunkte

Warum Standardmatten selten exakt zum Grundstück passen

Doppelstabmatten werden in festen Abmessungen angeboten. Grundstücksgrenzen halten sich naturgemäß nicht an dieses Raster. Ein typisches Beispiel ist die Strecke zwischen einer Grundstücksecke und einem Tor. Bleiben dort nach mehreren vollständigen Matten noch einige Zentimeter übrig, muss eine Matte entsprechend gekürzt werden.

Damit notwendige Anpassungen nicht erst bei der Montage auffallen, sollten sie bereits in die Planung einbezogen werden. Da sich nicht jede Strecke ausschließlich mit vollständigen Zaunmatten schließen lässt, empfiehlt sich eine einfache Skizze mit allen gemessenen Strecken. Dabei ist es sinnvoll, nicht nur die Gesamtlänge festzuhalten, sondern jeden Zaunabschnitt einzeln zu vermessen.

Bei größeren oder verwinkelten Anlagen kann ein Doppelstabmattenzaun Konfigurator dabei helfen, Angaben zu Zaunlänge, Höhe, Drahtstärke, Pfosten und weiteren Komponenten zusammenzuführen. Der Vorteil liegt weniger darin, einzelne Produkte auszuwählen, sondern darin, aus den eingegebenen Maßen eine zusammenhängende Materialplanung abzuleiten.

Ecken sind eigene Planungspunkte

Eine Ecke bedeutet nicht einfach nur, dass zwei Zaunmatten in unterschiedliche Richtungen zeigen. Sie verändert die Geometrie der gesamten Anlage.

Bei Grundstücken mit mehreren Winkeln empfiehlt es sich, jeden geraden Abschnitt separat zu messen. Wer stattdessen versucht, eine verwinkelte Grundstücksgrenze nur über eine Gesamtlänge abzubilden, verliert schnell den Überblick darüber, welche Matte welchem Abschnitt zugeordnet werden soll.

Hinzu kommt ein praktischer Punkt: Kleine Messabweichungen können sich über mehrere Zaunfelder summieren. An einer Ecke oder einem Tor werden solche Differenzen besonders sichtbar.

Die Zaunhöhe nach dem tatsächlichen Zweck wählen

Die richtige Höhe hängt davon ab, welche Aufgabe der Zaun erfüllen soll. Für eine reine Grundstücksabgrenzung können andere Dimensionen sinnvoll sein als für einen Bereich, der stärker abgeschirmt werden soll.

Dabei lohnt es sich, mehrere Fragen zu stellen:

  • Soll der Zaun hauptsächlich eine sichtbare Grenze schaffen?
  • Sollen Kinder oder Haustiere auf dem Grundstück gehalten werden?
  • Ist später Sichtschutz vorgesehen?
  • Oder grenzt die Anlage einen Bereich ab, der von außen möglichst wenig einsehbar sein soll?

Neben der Funktion verändert die Höhe auch die optische Wirkung. Ein hoher Zaun entlang einer langen Grundstücksgrenze wirkt deutlich massiver als eine niedrigere Ausführung. Bei der Auswahl sollte deshalb nicht nur betrachtet werden, was technisch möglich ist, sondern auch, wie sich die Anlage in ihre Umgebung einfügt.

Tore zuerst platzieren und die Zaunfelder danach verteilen

Eine häufig unterschätzte Entscheidung betrifft die Position von Gartentüren und Toren. Sie sollten nicht als letztes Element in eine bereits geplante Zaunlinie eingesetzt werden.

Sinnvoller ist die umgekehrte Vorgehensweise: Zuerst wird festgelegt, wo der Zugang benötigt wird und wie breit er sein muss. Anschließend werden die Zaunabschnitte links und rechts davon geplant.

Bei einem Gartentor sollte beispielsweise berücksichtigt werden, aus welcher Richtung Personen normalerweise darauf zulaufen und wohin sich der Durchgang sinnvoll öffnen lässt. Bei einer Zufahrt ist zusätzlich entscheidend, welche Fahrzeuge sie nutzen sollen und ob für das Ein- und Ausfahren genügend Bewegungsraum vorhanden ist.

Pfosten nicht nur nach Mattenzahl bestimmen

Auf einer langen geraden Strecke lässt sich der Pfostenbedarf vergleichsweise leicht nachvollziehen. Komplexer wird es, sobald die Zaunlinie unterbrochen wird.

Jeder Beginn und jedes Ende eines Abschnitts benötigt eine passende Befestigung. Dasselbe gilt für Ecken, Tore und Übergänge zu bestehenden Bauwerken. Deshalb ist die Anzahl der Pfosten nicht einfach identisch mit einer bestimmten Zahl von Matten plus einem zusätzlichen Pfosten.

Auch die Montageart spielt eine Rolle. Je nach Untergrund können Pfosten beispielsweise einbetoniert oder mit einer dafür vorgesehenen Befestigung auf einem geeigneten Fundament montiert werden. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Untergrund und vom verwendeten System ab.

Dieser Punkt sollte früh geklärt werden. Wer erst beim Aufbau feststellt, dass die vorgesehene Befestigung nicht zur vorhandenen Fläche passt, muss unter Umständen nicht nur einzelne Bauteile, sondern den gesamten Aufbau an dieser Stelle ändern.

Gefälle und unebener Boden brauchen eine eigene Lösung

Auf Plänen erscheint eine Grundstücksgrenze meist als gerade Linie. In der Realität kann das Gelände jedoch steigen, fallen oder kleinere Höhenunterschiede aufweisen.

Bei einem Gefälle stellt sich die Frage, wie die Zaunfelder geführt werden sollen. Je nach Gelände und System kann eine abgestufte Anordnung erforderlich sein. Dabei folgen die Matten nicht kontinuierlich der Schräge, sondern werden abschnittsweise auf unterschiedlichen Höhen montiert.

Solche Stellen sollten bereits beim Vermessen dokumentiert werden. Hilfreich ist es, nicht nur die Streckenlänge, sondern auch auffällige Höhenunterschiede zu notieren. Dadurch lässt sich früh erkennen, ob zusätzliche Anpassungen notwendig werden.

Sichtschutz verändert mehr als nur die Optik

Doppelstabmatten werden häufig zunächst als offene Grundstücksbegrenzung errichtet und später mit Sichtschutzstreifen ergänzt. Wer bereits weiß, dass bestimmte Bereiche abgeschirmt werden sollen, sollte dies jedoch schon bei der Grundplanung berücksichtigen.

Besonders sinnvoll ist es, genau festzulegen, wo Sichtschutz tatsächlich benötigt wird. Eine Terrasse, ein Sitzplatz oder ein Bereich unmittelbar am Nachbargrundstück kann andere Anforderungen haben als die weniger einsehbare Rückseite eines Gartens.

Eine teilweise geschlossene Lösung kann dadurch funktionaler sein als ein Sichtschutz entlang der gesamten Zaunlinie. Außerdem verändert eine geschlossene Zaunfläche die Windangriffsfläche. Gerade bei exponierten Grundstücken ist dieser Aspekt bei Konstruktion und Befestigung relevant. Sichtschutz sollte deshalb nicht ausschließlich als dekorative Ergänzung betrachtet werden.

Beim Kürzen von Matten an die Schnittkante denken

Bei individuell angepassten Zaunabschnitten lässt sich das Kürzen einer Matte nicht immer vermeiden. Dabei entsteht jedoch eine bearbeitete Metallkante.

Diese Schnittstelle sollte nicht unbehandelt bleiben. Durch das Trennen wird die vorhandene Oberflächenbeschichtung an dieser Stelle unterbrochen. Deshalb gehört die Nachbehandlung der Schnittkante zur sauberen Ausführung einer gekürzten Matte.

Auch aus optischen Gründen lohnt es sich, vor dem Zuschnitt zu überlegen, wo die gekürzte Matte eingesetzt wird. Je nach Verlauf kann es harmonischer wirken, Anpassungen an weniger auffälligen Stellen vorzunehmen, statt ein sehr schmales Reststück an einer besonders sichtbaren Position einzuplanen.

Zubehör ergibt sich aus der fertigen Konstruktion

Befestigungsteile, Pfostenkappen und weitere Kleinteile sollten erst geplant werden, wenn der Aufbau der Anlage feststeht. Das verhindert zwei typische Probleme: Es werden Komponenten bestellt, die für die gewählte Konstruktion gar nicht benötigt werden oder wichtige Kleinteile fehlen während der Montage.

Die sinnvollere Reihenfolge lautet daher: zuerst Verlauf und Maße festlegen, anschließend Matten, Pfosten und Tore planen und danach prüfen, welches Zubehör sich aus dieser Konstruktion ergibt.

Eine gute Planung beantwortet die Montagefragen schon vorher

Eine brauchbare Zaunplanung erkennt man nicht daran, dass eine Materialliste möglichst umfangreich ist. Sie ist dann gut, wenn auf der Baustelle möglichst wenige grundsätzliche Entscheidungen offenbleiben.

Vor Beginn der Arbeiten sollte klar sein, wo jeder Zaunabschnitt beginnt und endet, an welchen Stellen Tore vorgesehen sind, wo Anpassungen notwendig werden und welche Befestigung für die jeweiligen Pfosten vorgesehen ist.

Wer sein Grundstück auf diese Weise Abschnitt für Abschnitt betrachtet, erhält nicht nur eine genauere Materialplanung. Gleichzeitig wird der spätere Aufbau nachvollziehbarer. Statt während der Montage spontan auf Restmaße, Ecken oder Anschlusssituationen reagieren zu müssen, sind diese Punkte bereits Teil des Konzepts.

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